Neusser Grenadierzug"Mer maake möt 1968"

25 Jahre Grenadierzug "Mer maake möt 1968"

Als sich am 8. September 1968, sieben junge Männer in der Further Gaststätte "Zur Laufenburg" einfanden, um einen Schützenzug zu gründen, standen zwei Dinge fest: Der Zug marschiert in der Neusser Innenstadt mit und es muß ein "schmucker" Jägerzug werden.

Nun, zumindest die erste Vorgabe wurde verwirklicht. Das es keinen Jägerzug mit Namen "Mer maake möt" gibt, dafür sorgte, an Nachwuchs für das Neusser Grenadierkorps denkend, der leider nicht mehr unter uns weilende Vater unseres langjährigen Zugführers Karl-Heinz Beek. Als Oberleutnant des Grenadierzuges "Mer send wer do", versprach Karl-Heinz Beek sen. seinem Sohn kostenlose Cuts und Zylinder aus dem Zugfundus.

Diesem Argument konnten sich die in der Ausbildung befindlichen und unter notorischer Geldknappheit leidenden jungen Männer nicht verschließen. Der Grenadierzug "Mer maake möt" war geboren.

Die "Lehrzeit" des Zuges war kurz, aber grausam. Interessenten kamen und gingen und der Vorstand wechselte fast wöchentlich. Zwar hatten einige Kameraden schon Erfahrung im Jungschützenzug der "St. Sebastianus- Scheibenschützen Neuss-Furth" gesammelt, doch waren elementare Defizite im Schützenwesen zu verzeichnen. So sollte nach alter Schützentradition auch ein Ostereierschießen stattfinden. Schnell war der häusliche Garten bei Beek´s ausgeguckt und jeder Schütze brachte drei Eier mit.
Mal abgesehen davon, dass auch ungekochte Eier darunter waren, schoss man mit dem Luftgewehr munter drauflos - auf die säuberlich aufgestellten Eier!! Als Frau Beek mal schaute: "Wat de Jonges so maake", war das Schießen beendet und Osterputz war angesagt.

Von solchen Rückschlägen ließen sich die Kameraden aber nicht beeindrucken. Unter der tatkräftigen und finanziellen Hilfe der späteren Ehrenmitglieder K.H.Beek sen., Franz Cloeren und Josef Tilmes, dem damaligen Grenadiermajor, nahm der Grenadierzug "Mer maake möt" langsam Form an. Unser erstes Schützenfest 1969, konnte mit 11 Kameraden und großer Begeisterung gefeiert werden. Was machte es schon, dass die Großfackel, erbaut bei Tilmes auf dem Kohlenplatz, erst zwei Stunden vor dem Fackelzug fertig wurde, oder die Parade am Sonntagmorgen wegen "ergiebiger" Regenfälle ausfiel.

Zum 10jährigen Jubiläum des Zuges im Jahre 1979 war man dann auch mit der Damenwelt soweit im Reinen, dass man die Jubiläumsfeierlichkeiten in trauter Gemeinsamkeit in der Eifel begehen konnte. Diese Gemeinsamkeit - der einzelnen Paare - hatte Folgen. Der reiche Kindersegen im Zug, vereitelte vorerst weitere regelmäßige Ausflüge in fremde Gefilde.

Das sieht heute wieder etwas anders aus. Verschiedene Aktivitäten, wie Fahrradtouren, Zugausflüge, Nikolausfeier, Filmabende und natürlich der Treff der gesamten Zugfamilie auf der Festwiese zu Kirmes, sind Garanten für ein intaktes Zugleben. Regelmäßig finden heute junge Leute den Weg in die Zuggemeinschaft, die auch die über 30 jährige Tradition des Grossfackelbau´s unseres Zuges tatkräftig unterstützen und mit neuen, frischen Ideen zum Gelingen beitragen. Das berechtigt uns zu der Hoffnung, dass auch noch in einigen Jahren Bestand hat, was eine Neusser Tageszeitung anlässlich unseres 25 jährigen Zugjubiläums im Jahr 1993 schrieb:

Der Grenadierzug "Mer maake möt" ist ein verlässlicher Partner des Neusser Schützenwesens und gehört beim Fackelbau zu den tragenden Säulen des schwarz-weißen Korps.

40 Jahre Grenadierzug "Mer maake möt 1968"

Das Neusser Grenadierkorps von 1823 erfuhr in den 60iger Jahren, welch schmerzliche Lücken doch der zweite Weltkrieg in die Reihen vieler Züge gerissen hatte, so dass sie als Konsequenz daraus wegen zu geringer Mannstärke nicht mehr am Neusser Bürger Schützenfest teilnehmen konnten.

Hinzu kam, dass zu dieser Zeit junge Leute nur schwer für die schmucke Kleidung der Grenadiere zu begeistern waren. Die Schrumpfung des Korps auf 34 Züge machte den damals Verantwortlichen große Sorgen. Im Jahr 1968 trat dann die Kehrtwende ein. Drei neue Züge mit lauter jungen Männern meldeten sich beim Neusser Grenadierkorps an. Darunter auch die Gründer des heutigen Jubilarzuges "Mer maake möt“.

Der Oberleutnant des neuen Grenadierzuges, Karl-Heinz Beek, trat in die Fußstapfen seiner großen Vorbilder Karl-Heinz Beek senior und Josef Tilmes, die den befreundeten Grenadierzug "Mer send wer do" geführt hatten.

Kameraden des Grenadierzuges "Mer maake möt“ kamen bald mit weiteren jungen Männern aus den neu gegründeten Zügen zusammen, um in Abstimmung mit dem Vorstand des Grenadierkorps, die Interessen junger Männer stärker an die Korpsarbeit einzubringen. Die damals für frischen Wind im Korps sorgten, tragen teilweise noch heute im Vorstand Verantwortung, wie das Beispiel des Jubilars Karl-Heinz Beek zeigt, der als Major das Neusser Grenadierkorps anführt.
Wie wir jetzt wissen, waren die Bemühungen nicht wirkungslos. Es gab im Laufe der Jahre weitere Neugründungen, so dass das Korps mit inzwischen 77 Grenadierzügen, eine nie gekannte Stärke aufweist.
Der Grenadierzug "Mer maake möt" hat wie andere Züge in 40 Jahren Höhen und Tiefen erlebt und ist aus vielfältigen Erfahrungen gestärkt hervorgegangen, wobei die Einbindung der Familien in das Zugleben stets im Vordergrund stand.

Das Interesse am Schießsport, hier konnten einige Male erste Plätze beim Korpsschiessen errungen werden, und der seit der Gründungszeit aktiv betriebene Fackelbau zeugen von starker Integration innerhalb des Korps.
Die Nachwuchspflege haben die Verantwortlichen des Zuges, aktuell Oberleutnant Erich Wanders, Leutnant Gerd Ritters und Feldwebel Stefan Rupprecht, in 40 Jahren nie aus den Augen verloren. Eine gesunde Mischung aus "Alt und Jung" ermöglicht es der Zugführung seit Jahren, über 20 aktive Marschierer an den "Tagen der Wonne" auf den Markt zu bringen.
Mit Stefan Rupprecht als „Internetbeauftragter" des Neusser Grenadierkorps und Mitglied des Achterausschusses, ist wieder ein jüngerer Kamerad von "Mer maake möt" in die Vorstandsarbeit des Grenadierkorps eingebunden.
Mit seinem 40 jährigen Jubiläum reiht der Zug sich in die große Schar der Traditionszüge des Neusser Grenadierkorps ein.
Diese Tradition zu pflegen, ist dem Zug ebenso wichtig, wie für junge Schützen attraktiv und interessant zu sein, weil nur dadurch der Fortbestand sowohl des Jubilarzuges wie auch unseres schönen schwarz-weißen Korps gesichert werden kann.
Daher wünschen wir dem Grenadierzug "Mer maake möt" eine gute und lange Zukunft.

50 Jahre Grenadierzug "Mer maake möt 1968"

Die Anfänge

In den 60iger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte es das Neusser Grenadierkorps schwer, junge Leute für die schmucke Kleidung der Grenadiere zu begeistern. Die Schrumpfung des Korps auf zeitweilig 34 Züge, machte den damals Verantwortlichen große Sorgen.

Die Kehrtwende trat dann im Jahr 1968 ein, als sich drei neue Züge mit lauter jungen Männern um die Aufnahme im Neusser Grenadierkorps bewarben. Darunter auch der am 8. September 1968 in der Further Gaststätte „Zur Laufenburg“ gegründete heutige Jubilarzug „Mer maake möt“.

Die Anfangs 9 Mitglieder des neugegründeten Zuges fanden im „Hotel Michael“, das schon vor etlichen Jahren dem Sparkassenneubau auf der Michaelstraße weichen musste, ein geeignetes Zuglokal.

Die Kameraden - Lehrlinge, Jungarbeiter oder Schüler - waren notorisch knapp bei Kasse. Wenn auch die letzten 20 Pfennig, in der Hoffnung auf einen Gewinn, im Spielautomat versenkt waren, schmiss die Wirtin bei guter Laune 5 Mark „en dat Schwenkküffke“.
Nacheinander versuchten dann die Kameraden dieses Geldstück mit dem Mund aus den Wassermassen zu saugen, was auch meistens gelang. Damit war die nächste Runde „Alt Schuss“ gerettet. Weitere junge Kameraden konnten für unseren Zug gewonnen werden. Und mit materieller Hilfe des Grenadierzuges „Mer send wer do“, der Uniformteile zur Verfügung stellte aus denen die Mitglieder „rausgewachsen“ waren, konnten wir 1969 das erste Schützenfest feiern.

Der Fackelbau

Durch die Verbindung zum weiter oben schon erwähnten Grenadierzug „Mer send wer do“, dem auch der damalige Grenadiermajor Josef Tilmes angehörte, fand man auf dessen Kohlenhof einen Fackelbauplatz neben seinem Zug.

Jupp Tilmes und seine Kameraden - überwiegend gestandene Handwerker - waren zwar geduldige aber strenge Lehrmeister in Sachen Fackelbau. Es hat „Mer maake möt“ nicht geschadet, denn mit einigem Stolz können wir den Bau der 50gsten Großfackel verkünden. Mit der „Location“ Kohlenhof Tilmes verbindet unser Zug auch heute noch viele schöne Erinnerungen. Vor Allem unsere heute erwachsenen Kinder schwärmen noch immer davon, wie sie sich durch die Kohlenberge wühlten, während ihre Väter bei einer Flasche Bier über den Baufortschritt „grübelten“. Die Mütter zu Hause waren dann weniger begeistert, wenn sie die kleinen schwarzen „Kohlebritzer“ erblickten.

Aktivitäten im Neusser Grenadierkorps

Schon früh nach der Gründung kamen Kameraden des Grenadierzuges „Mer maake möt“ mit weiteren jungen Männern aus den neu gegründeten Zügen zusammen, um in Abstimmung mit dem Vorstand des Grenadierkorps, die Interessen junger Männer stärker in die Korpsarbeit einzubringen. Die damals für frischen Wind im Korps sorgten, trugen teilweise über viele Jahre im Vorstand Verantwortung.

Gerne zeigen die Kameraden auch durch ihre Teilnahme an den Korpsschiessen ihr Interesse an den Veranstaltungen des Grenadierkorps. Obwohl nicht regelmäßig trainiert wird, taucht der Name „Mer maake möt“, bzw. der seiner Schützen, in schöner Regelmäßigkeit auf den vorderen Plätzen der Schießlisten auf.

Im Hier und Heute

Der Grenadierzug „Mer maake möt“ hat, wie jeder andere Zug im Schützenregiment, in 50 Jahren Höhen und Tiefen erlebt und ist aus vielfältigen Erfahrungen gestärkt hervorgegangen, wobei die Einbindung der gesamten Zugfamilie in das Vereinsleben stets im Vordergrund stand.

Eine gesunde Mischung aus Alt und Jung ermöglicht es der Zugführung - aktuell Oberleutnant Erich Wanders, Leutnant Gerd Ritters und Oberfeldwebel Hans-Werner Prinz - regelmäßig über 20 aktive Marschierer zum Schützenfest zu melden.
Besonders die Kameraden Wolfgang Godglück - einer der Zuggründer - und Erich Wanders freuen sich darauf, zum 50gsten Mal „dä Maat erop“ zu marschieren.

Wir hoffen, dass das 50jährige Jubiläum unseres Grenadierzuges nicht Stillstand bedeutet, sondern Aufbruch zu weiteren schönen Jahren inmitten der Grenadierfamilie und des Schützenwesens in unserer Vaterstadt Neuss. Glück auf!

Foto Zeitreise - Historisches aus dem Archiv

Cold Water Challenge

Ende Juli 2014 erreichte auch uns eine Nominierung dieser besagten Challenge.
Einige Mitglieder machten sich auf, um an verschiedenen Drehorten unserer Heimatstadt , die Aufgabe zu bestehen. Was daraus geworden ist, kann in den Videos und Fotos des Tages angeschaut werden, viel Spaß dabei!